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Krankenzusatzversicherung

Wahlarzt Österreich 2026: Was kostet das, und wer zahlt es?

Eine Erstordination beim Wahlarzt kostet im Schnitt 108 bis 268 €, je nach Fach. Zurück kommen nur rund 80 Prozent des Kassentarifs. Was die Lücke schließt.

Von Daniel Peric, Versicherungsmakler · · Aktualisiert: 11. September 2026 · 5 Min. Lesezeit
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Das Wichtigste in 30 Sekunden

Eine Erstordination beim Wahlarzt kostet im Schnitt 108 € beim Hausarzt bis 268 € in der Radiologie. Die Kasse erstattet 80 Prozent des Kassentarifs, bei einer 181-Euro-Rechnung also rund 48 Euro. Was eine private Zusatz-KV vom Rest übernimmt und worauf du beim Tarif achten musst.

Der Wahlarzt-Boom in Österreich ist in den Zahlen sichtbar: Die Ausgaben für Wahlarzthonorare stiegen 2025 um 10,1 Prozent auf über 355 Millionen Euro. Gleichzeitig sind 3,66 Millionen Österreicher mittlerweile privat zusatzversichert, Allzeitrekord.

Der Grund ist simpel: Wer schnell, komfortabel und mit ausreichend Zeit behandelt werden will, geht zum Wahlarzt. Aber das kostet. Und die Frage, wer zahlt, beantworten viele Österreicher falsch.

Wie groß der Zeitdruck ist, zeigt eine Studie von krankenversichern.at, die 1.591 Mal bei Kassenordinationen angerufen und die Wartezeit gemessen hat: Auf einen Termin in der Psychiatrie wartest du in Oberösterreich im Mittel 112 Tage, auf einen Kardiologen in Wien 49 Tage. Genau dort entsteht die Rechnung, um die es in diesem Artikel geht.

Was kostet ein Wahlarzt konkret?

Wahlarzt-Honorare sind nicht einheitlich geregelt, jeder Arzt setzt sein Honorar selbst fest. Für den Wahlarzt-Kosten-Report 2026 wurden österreichweit 1.590 Honorare für eine Erstordination abgefragt. Das sind die Durchschnittswerte:

FachrichtungØ Erstordination
Hausarzt / Allgemeinmedizin108 €
Dermatologie149 €
Pädiatrie155 €
Augenheilkunde172 €
HNO173 €
Neurologie177 €
Orthopädie178 €
Innere Medizin181 €
Gynäkologie202 €
Pulmologie203 €
Psychiatrie206 €
Kardiologie211 €
Urologie237 €
Radiologie268 €

Drei Dinge, die dabei oft übersehen werden:

Es sind Erstordinationen. Folgetermine liegen typischerweise 20 bis 40 Prozent darunter.

Zusatzdiagnostik kommt obendrauf. Ultraschall, EKG oder Bildgebung sind in diesen Werten nicht enthalten.

Das Bundesland macht viel aus. Wien ist bei mehreren Fächern am teuersten (Urologie 310 €, Gynäkologie 219 €), Oberösterreich durchgängig am günstigsten. In der Inneren Medizin reicht die Spanne von 172 € in Wien bis 202 € in Niederösterreich.

Was zahlt die ÖGK zurück?

Hier liegt der häufigste Irrtum. Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet nicht die Wahlarztrechnung und auch nicht den vollen Kassentarif. Die Sozialversicherung formuliert es selbst so: Der Krankenversicherungsträger ersetzt 80 Prozent jenes Betrages, den ein Vertragspartner für die gleiche Behandlung bekommen würde. Dieser Kassentarif liegt je nach Fachrichtung grob zwischen 25 und 60 Euro, er ist nicht öffentlich einsehbar und unterscheidet sich je Träger und Leistung.

Rechenbeispiel Internist (Kassentarif als Richtwert angenommen):

  • Wahlarzt verlangt: 181 €
  • Kassentarif für diese Leistung: ~60 €
  • Kasse erstattet 80 Prozent davon: ~48 €
  • Dein Eigenanteil: 133 €

Rechenbeispiel Allgemeinmediziner:

  • Wahlarzt verlangt: 108 €
  • Kasse erstattet: ~28 €
  • Dein Eigenanteil: 80 €

In diesen beiden Beispielen bekommst du also rund ein Viertel der Rechnung zurück. Je teurer das Fach, desto kleiner wird dieser Anteil: Der Kassentarif steigt nicht im selben Maß wie das Wahlarzt-Honorar. Wer einmal pro Quartal zum Wahlarzt geht, zahlt schnell 300 bis 600 Euro pro Jahr aus eigener Tasche.

Wie schließt eine private Zusatz-KV die Lücke?

Eine gute Wahlarzt-Polizze erstattet dir den Differenzbetrag zwischen Kassentarif und tatsächlichem Honorar, entweder vollständig oder zu einem definierten Prozentsatz (meist 80 bis 100 Prozent).

So läuft es in der Praxis:

  1. Du gehst zum Wahlarzt, bezahlst die volle Rechnung.
  2. Du reichst die Honorarnote bei der ÖGK ein → bekommst den Kassentarif zurück.
  3. Du reichst dieselbe Rechnung bei deiner privaten Zusatz-KV ein → bekommst den Rest erstattet.

Je nach Tarif hast du entweder keinerlei Eigenkosten oder zahlst einen kleinen Selbstbehalt.

Worauf du beim Tarif achten musst

Nicht jede Wahlarzt-Polizze leistet gleich. Diese Punkte sind entscheidend:

Erstattungsquote: Manche Tarife zahlen 80 % des Differenzbetrags, andere 100 %. Bei 200-Euro-Terminen macht das schnell 20 bis 40 Euro Unterschied pro Besuch.

Wartezeiten: Die meisten Tarife haben Wartezeiten von 3 bis 6 Monaten ab Vertragsabschluss. Wer jetzt abschließt und in 4 Wochen einen Termin braucht, hat Pech.

Jahresmaximum: Viele Tarife deckeln die Wahlarzt-Erstattung auf ein Jahresbudget (z. B. 3.000 Euro). Bei chronischen Erkrankungen mit häufigen Arztterminen ist das schnell ausgeschöpft.

Vorerkrankungen: Fast alle Anbieter schließen bekannte Vorerkrankungen aus dem Versicherungsschutz aus oder verlangen Risikozuschläge. Was genau gilt, steht in den besonderen Bedingungen, die meisten lesen diese nicht.

Fachrichtungs-Einschränkungen: Manche Tarife erstatten nur bestimmte Fachrichtungen. Wer regelmäßig einen Psychiater oder Psychotherapeuten aufsucht, muss prüfen ob das inkludiert ist.

Ab wann lohnt sich der Abschluss?

Eine grobe Faustregel: Wenn du pro Jahr mit mehr als 400 bis 500 Euro Eigenkosten beim Wahlarzt rechnest, amortisiert sich eine gute Zusatz-Polizze in den meisten Fällen.

Zur Einordnung: Österreicher sind im Schnitt bereit, rund 55 Euro im Monat für eine private Zusatzversicherung auszugeben, jüngere Befragte 62 Euro. Das ist eine Umfrage zur Zahlungsbereitschaft, kein Tarifpreis. Ein reiner Wahlarzt-Baustein kann günstiger ausfallen als ein Komplettpaket, weil die teuren Teile Sonderklasse und Zahnersatz nicht mitlaufen. Wer nur das Wahlarzt-Thema lösen will, muss also nicht das Komplettpaket kaufen. Was in deinem Fall herauskommt, klären wir im Gespräch.

Zusätzlicher Effekt: Mit einer privaten Zusatz-KV kannst du auch im Spital in die Sonderklasse (Ein- oder Zweibettzimmer je nach Tarif und Verfügbarkeit, freie Arzt- und Spitalswahl), wenn dieser Baustein in deinem Tarif enthalten ist.

Wichtig: Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto günstiger die Prämie und desto weniger Ausschlüsse. Warten kostet, langfristig.

Meine Einschätzung

Der häufigste Fehler den ich sehe: Leute schließen online einen günstigen Tarif ab, lesen die Bedingungen nicht, und bemerken erst beim ersten Termin, dass ihr Fachgebiet oder ihre Vorerkrankung ausgeschlossen ist.

Ein ungebundener Makler kostet dir nichts extra, wir bekommen Courtage vom Versicherer. Im Gegenzug vergleiche ich für dich die relevanten Anbieter und erkläre, wo die Unterschiede liegen.

Wenn du wissen willst, welcher Wahlarzt-Tarif zu deiner Situation passt, buch dir ein kurzes Gespräch, kostenlos und unverbindlich.

Welche Tarife Wahlarzt-Kosten übernehmen und worauf du achten musst, zeigt unsere Seite zur Wahlarzt-Versicherung.

Quellen: Honorare je Fachrichtung aus dem Wahlarzt-Kosten-Report 2026 von krankenversichern.at (1.590 abgefragte Honorare für eine Erstordination, Erhebung 25.11.2025 bis 03.02.2026, Durchschnittswerte). Wartezeiten aus der Kassenarzt-Studie derselben Plattform (1.591 Testanrufe, Erhebung 2025, Mittelwert je Fach und Bundesland). Wahlarzthonorare von 355 Millionen Euro und Versichertenbestand aus deren Marktanalyse Mai 2026. Zahlungsbereitschaft aus der UNIQA-Pressekonferenz vom 08.09.2026. Die 80-Prozent-Regel im Wortlaut der Sozialversicherung (sozialversicherung.at, Wahlarzt-Rechnung einreichen). Die Kassentarif-Spanne von 25 bis 60 Euro ist ein Richtwert aus der Beratungspraxis, die Honorarordnungen der Träger sind nicht öffentlich. Stand dieses Beitrags: 11.09.2026.

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Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Vor einem Vertragsabschluss erfolgt eine persönliche Bedarfsanalyse.

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Häufige Fragen

Was erstattet die ÖGK beim Wahlarzt?

Die Sozialversicherung ersetzt 80 Prozent jenes Betrages, den ein Vertragspartner für die gleiche Behandlung bekommen würde. Dieser Kassentarif liegt je nach Fachrichtung grob zwischen 25 und 60 Euro. Bei einer Wahlarztrechnung von 181 Euro kommen so etwa 48 Euro zurück, also rund ein Viertel. Bei teureren Fächern fällt der Anteil kleiner aus.

Brauche ich eine Überweisung zum Wahlarzt?

Nein. Zum Wahlarzt kannst du ohne Überweisung direkt gehen. Die Honorarnote bekommst du nach dem Termin, die reichst du dann bei der ÖGK ein.

Wie funktioniert die Kostenerstattung beim Wahlarzt?

Du zahlst beim Wahlarzt die volle Rechnung bar oder per Karte. Danach reichst du die Honorarnote bei deiner ÖGK ein und erhältst den Kassentarif rückerstattet, in der Regel als Überweisung. Hast du eine private Zusatz-KV, schickst du dieselbe Rechnung auch an deinen Versicherer.

Was kostet eine Wahlarzt-Versicherung im Vergleich zu dem, was Österreicher ausgeben wollen?

Im Schnitt sind Österreicher bereit, rund 55 Euro pro Monat für eine private Zusatzversicherung auszugeben, jüngere Befragte 62 Euro. Das ist eine Umfrage zur Zahlungsbereitschaft, kein Tarifpreis. Ein reiner Wahlarzt-Baustein kann günstiger ausfallen als ein Komplettpaket, weil die teuren Bausteine Sonderklasse und Zahn nicht enthalten sind.

Werden Vorerkrankungen beim Wahlarzt-Versicherung ausgeschlossen?

Das hängt vom Tarif ab. Die meisten Anbieter schließen Vorerkrankungen ganz oder teilweise aus. Deshalb ist es wichtig, vor dem Abschluss die Anträge sorgfältig zu lesen und im Zweifelsfall einen Makler einzubeziehen.

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