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Krankenzusatzversicherung

Wahlarzt Österreich 2026: Was kostet das – und wer zahlt es?

Wahlarztkosten in Österreich können 150–400 € pro Termin betragen. Die ÖGK erstattet nur den Kassentarif. Eine private Zusatz-KV schließt die Lücke – ich zeige dir wie.

Von Daniel Peric, Versicherungsmakler · · 3 Min. Lesezeit
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Das Wichtigste in 30 Sekunden

Wahlarzttermin in Österreich: Eigenkosten oft 100–350 € nach ÖGK-Erstattung. Eine private Zusatz-KV erstattet den Restbetrag – was genau, wie viel und welche Tarife sich lohnen.

Der Wahlarzt-Boom in Österreich ist in den Zahlen sichtbar: Die Ausgaben für Wahlarzthonorare stiegen 2025 um 10,1 Prozent auf über 355 Millionen Euro. Gleichzeitig sind 3,66 Millionen Österreicher mittlerweile privat zusatzversichert – Allzeitrekord.

Der Grund ist simpel: Wer schnell, komfortabel und mit ausreichend Zeit behandelt werden will, geht zum Wahlarzt. Aber das kostet. Und die Frage, wer zahlt, beantworten viele Österreicher falsch.

Was kostet ein Wahlarzt konkret?

Wahlarzt-Honorare sind nicht einheitlich geregelt. Jeder Arzt setzt sein Honorar selbst fest. Als Orientierung typische Größenordnungen:

FachrichtungTypisches Wahlarzt-Honorar
Allgemeinmedizin80 – 150 €
Internist150 – 300 €
Psychiater / Psychotherapeut100 – 180 € pro Stunde
Gynäkologe100 – 200 €
Dermatologe100 – 200 €
Orthopäde150 – 350 €

Das sind Ersttermin-Richtwerte. Folgetermine, Zusatzleistungen und Untersuchungen kommen obendrauf.

Was zahlt die ÖGK zurück?

Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet beim Wahlarzt den Kassentarif – also den Betrag, den ein Kassenarzt für dieselbe Leistung verrechnen würde. Das liegt je nach Fachrichtung zwischen 25 und 60 Euro.

Rechenbeispiel Internist:

  • Wahlarzt verlangt: 200 €
  • ÖGK erstattet (Kassentarif): ~45 €
  • Dein Eigenanteil: 155 €

Rechenbeispiel Allgemeinmediziner:

  • Wahlarzt verlangt: 100 €
  • ÖGK erstattet: ~28 €
  • Dein Eigenanteil: 72 €

Wer einmal pro Quartal zum Wahlarzt geht, zahlt schnell 300 bis 600 Euro pro Jahr aus eigener Tasche.

Wie schließt eine private Zusatz-KV die Lücke?

Eine gute Wahlarzt-Polizze erstattet dir den Differenzbetrag zwischen Kassentarif und tatsächlichem Honorar – entweder vollständig oder zu einem definierten Prozentsatz (meist 80 bis 100 Prozent).

So läuft es in der Praxis:

  1. Du gehst zum Wahlarzt, bezahlst die volle Rechnung.
  2. Du reichst die Honorarnote bei der ÖGK ein → bekommst den Kassentarif zurück.
  3. Du reichst dieselbe Rechnung bei deiner privaten Zusatz-KV ein → bekommst den Rest erstattet.

Je nach Tarif hast du entweder keinerlei Eigenkosten oder zahlst einen kleinen Selbstbehalt.

Worauf du beim Tarif achten musst

Nicht jede Wahlarzt-Polizze leistet gleich. Diese Punkte sind entscheidend:

Erstattungsquote: Manche Tarife zahlen 80 % des Differenzbetrags, andere 100 %. Bei 200-Euro-Terminen macht das schnell 20–40 Euro Unterschied pro Besuch.

Wartezeiten: Die meisten Tarife haben Wartezeiten von 3 bis 6 Monaten ab Vertragsabschluss. Wer jetzt abschließt und in 4 Wochen einen Termin braucht, hat Pech.

Jahresmaximum: Viele Tarife deckeln die Wahlarzt-Erstattung auf ein Jahresbudget (z. B. 3.000 Euro). Bei chronischen Erkrankungen mit häufigen Arztterminen ist das schnell ausgeschöpft.

Vorerkrankungen: Fast alle Anbieter schließen bekannte Vorerkrankungen aus dem Versicherungsschutz aus oder verlangen Risikozuschläge. Was genau gilt, steht in den besonderen Bedingungen – die meisten lesen diese nicht.

Fachrichtungs-Einschränkungen: Manche Tarife erstatten nur bestimmte Fachrichtungen. Wer regelmäßig einen Psychiater oder Psychotherapeuten aufsucht, muss prüfen ob das inkludiert ist.

Ab wann lohnt sich der Abschluss?

Eine grobe Faustregel: Wenn du pro Jahr mit mehr als 400 bis 500 Euro Eigenkosten beim Wahlarzt rechnest, amortisiert sich eine gute Zusatz-Polizze in den meisten Fällen.

Zusätzlicher Effekt: Mit einer privaten Zusatz-KV kannst du auch im Spital in die Sonderklasse (Einbettzimmer, Chefarztbehandlung, freie Spitalwahl) – wenn dieser Baustein in deinem Tarif enthalten ist.

Wichtig: Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto günstiger die Prämie und desto weniger Ausschlüsse. Warten kostet – langfristig.

Meine Einschätzung

Der häufigste Fehler den ich sehe: Leute schließen online einen günstigen Tarif ab, lesen die Bedingungen nicht, und bemerken erst beim ersten Termin, dass ihr Fachgebiet oder ihre Vorerkrankung ausgeschlossen ist.

Ein ungebundener Makler kostet dir nichts extra – wir bekommen Courtage vom Versicherer. Im Gegenzug vergleiche ich für dich die relevanten Anbieter und erkläre, wo die Unterschiede liegen.

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Häufige Fragen

Was erstattet die ÖGK beim Wahlarzt?

Die ÖGK erstattet beim Wahlarzt den sogenannten Kassentarif – also das Honorar, das ein Kassenarzt verrechnen würde. Das liegt je nach Fachrichtung zwischen 25 und 60 Euro. Der Wahlarzt verlangt oft ein Vielfaches davon.

Brauche ich eine Überweisung zum Wahlarzt?

Nein. Zum Wahlarzt kannst du ohne Überweisung direkt gehen. Die Honorarnote bekommst du nach dem Termin, die reichst du dann bei der ÖGK ein.

Wie funktioniert die Kostenerstattung beim Wahlarzt?

Du zahlst beim Wahlarzt die volle Rechnung bar oder per Karte. Danach reichst du die Honorarnote bei deiner ÖGK ein und erhältst den Kassentarif rückerstattet – in der Regel als Überweisung. Hast du eine private Zusatz-KV, schickst du dieselbe Rechnung auch an deinen Versicherer.

Werden Vorerkrankungen beim Wahlarzt-Versicherung ausgeschlossen?

Das hängt vom Tarif ab. Die meisten Anbieter schließen Vorerkrankungen ganz oder teilweise aus. Deshalb ist es wichtig, vor dem Abschluss die Anträge sorgfältig zu lesen und im Zweifelsfall einen Makler einzubeziehen.

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